Für Belastung am deutschen Aktienmarkt sorgten vor allem die geopolitischen Spannungen nach bestätigten US-Angriffen auf iranische Ziele. Gleichzeitig hielten sich Anleger angesichts der US-Zwischenwahlen mit größeren Engagements zurück. Zusätzliche Unsicherheit entstand durch die volatilen Ölpreise, die nach einem kräftigen Anstieg im Tagesverlauf wieder schwankten.

Stärkster Bremsklotz im DAX war der Technologiesektor. Nach dem Kurseinbruch von TeamViewer gerieten auch die Aktien von SAP deutlich unter Verkaufsdruck und belasteten den Gesamtmarkt. Demgegenüber konnten KI-nahe Werte wie Infineon und Hochtief zulegen und einen Teil der Verluste abfedern.

Die Berichtssaison sorgte erneut für kräftige Einzelbewegungen. Bayer überzeugte mit starken Zahlen aus dem Pharmageschäft und einer angehobenen Mittelfristprognose. Dagegen gerieten Zalando nach einer enttäuschenden Margenentwicklung sowie Fresenius Medical Care nach gekürzten Gewinnzielen deutlich unter Druck. Im Luftfahrtsektor belastete eine Analystenabstufung die Aktien von MTU Aero Engines, während Lufthansa von robusten Ticketpreisen und ihrem vergleichsweise geringen Ölpreisrisiko profitierte.

Auch die europäischen Nachbarbörsen präsentierten sich schwächer. Der EuroStoxx 50 verlor 0,5 Prozent auf 6.145 Punkte, während der MDAX um 0,4 Prozent auf 30.743 Zähler nachgab. Der Euro notierte am Morgen bei 1,1230 US-Dollar. Die Umlaufrendite deutscher Staatsanleihen stieg leicht auf 3,31 Prozent.

Deutsche Einzelaktien

An die Spitze des DAX setzte sich Bayer mit einem Kursgewinn von 3,6 Prozent. Positive Impulse lieferten steigende Umsätze neuer Medikamente und optimistischere Ergebnisaussichten. Infineon gewann 0,8 Prozent und profitierte von der wieder freundlicheren Stimmung gegenüber Technologie- und KI-Werten. RWE legte 0,6 Prozent zu und erhielt Unterstützung durch Fantasie rund um neue Gaskraftwerksprojekte und die Energiewende.

Auf der Verliererseite sackte Zalando um 6,3 Prozent ab. Anleger reagierten enttäuscht auf die Margenentwicklung des Online-Modehändlers. Fresenius Medical Care verlor 3,6 Prozent nach einer Senkung der Ergebnisziele. MTU Aero Engines gab 3,1 Prozent nach und gehörte damit ebenfalls zu den größten Belastungsfaktoren im Leitindex.

Im MDAX stach Lufthansa mit einem Plus von 3,9 Prozent hervor. Starke Quartalszahlen sowie ein solides Wartungs- und Logistikgeschäft überzeugten die Anleger. Nordex gewann 3,2 Prozent und profitierte von positiven Nachrichten aus dem Windenergiegeschäft. Aroundtown legte um 2 Prozent zu.

Für einen Paukenschlag sorgte dagegen TeamViewer. Die Aktie brach nach einer gesenkten Umsatzprognose und schwächeren Geschäftsaussichten um 26,8 Prozent ein und war damit klar größter Verlierer im Nebenwerteindex. CTS Eventim verlor 5,9 Prozent, Auto1 gab 3,5 Prozent nach.

USA: Tech-Werte führen Erholung an

An der Wall Street standen erneut die Technologiewerte im Mittelpunkt. Nach mehreren schwachen Handelstagen kehrten die Käufer in den Sektor zurück. Vor allem Halbleiter- und KI-Aktien sorgten für eine Erholung von Nasdaq 100 und S&P 500, während der Dow Jones leicht nachgab.

Marktteilnehmer positionierten sich zugleich vorsichtig vor den US-Zwischenwahlen, bei denen sämtliche Sitze im Repräsentantenhaus sowie ein großer Teil des Senats neu vergeben wurden. Der Dow Jones verlor 0,4 Prozent auf 51.787 Punkte. Der S&P 500 stieg dagegen um 0,4 Prozent auf 7.569 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 0,7 Prozent auf 28.180 Punkte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erhöhte sich auf 4,95 Prozent.

US-Einzelaktien

Zu den größten Gewinnern im Dow Jones gehörte Microsoft mit einem Plus von 2,7 Prozent. Positive Analystenkommentare zum KI-Geschäft sowie die Aussicht auf weiter steigende Investitionen in Rechenzentren stützten den Kurs. Nvidia gewann 2,3 Prozent, Amazon rückte um 2,1 Prozent vor.

Unter Druck standen dagegen Sherwin-Williams mit einem Minus von 3,3 Prozent sowie Merck und Walmart, die jeweils mehr als zwei Prozent verloren. Belastungsfaktoren waren unter anderem Sorgen über steigende Kosten und mögliche Lieferkettenprobleme.

Im Nasdaq gehörten AppLovin, Nebius Group und CoreWeave mit Kursaufschlägen von jeweils rund sieben Prozent zu den größten Gewinnern. Anleger setzen weiterhin auf einen kräftigen Investitionszyklus im Bereich Künstliche Intelligenz und Cloud-Infrastruktur. Am Ende des Feldes standen Thomson Reuters mit einem Minus von 9,9 Prozent sowie Shopify mit einem Abschlag von 8,7 Prozent.

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