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Antrophic vor Börsengang – Too big to fail?

Anthropic hat seinen Börsenprospekt am 26. Oktober veröffentlicht und damit den Weg für einen der größten Börsengänge der Geschichte geöffnet. Der Claude-Entwickler will unter dem Kürzel „ANT“ an die Nasdaq. Medienberichten zufolge wird eine Platzierung am 19. oder 20. November angestrebt, ein verbindlicher Termin steht noch aus. Auch der Preis ist offen: Nachdem zunächst zwei Billionen Dollar diskutiert worden waren, bewegen sich die Bewertungsvorstellungen inzwischen eher um 1,5 Billionen Dollar.

Die Korrektur spiegelt die gestiegenen Ansprüche der Investoren wider. Nach Angaben gegenüber potenziellen Anlegern erreichte Anthropic im dritten Quartal 16,8 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das bleibt außergewöhnlich stark, bedeutet nach der vorherigen Umsatzverdopplung aber eine deutliche Verlangsamung. Bei einer Bewertung von 1,5 Billionen Dollar würden Anleger rund das 22-Fache des auf ein Jahr hochgerechneten Quartalsumsatzes bezahlen.

Für sehr aktive Anleger gibt es schon vor offiziellem Start die Möglichkeit, mit spekulativen Papieren dabei zu sein. Der Index Bakery Anthropic Reference Rate (USD) – Anthropic Index – ermöglicht es, die Preisentwicklung ausgewählter Derivate auf Anthropic bereits vor einem möglichen Börsengang nachzuvollziehen. Da Anthropic noch nicht börsennotiert ist, basiert der Index nicht auf einem regulären Aktienkurs. Stattdessen werden die Preise sogenannter Perpetual Contracts herangezogen. Dabei handelt es sich um Derivate ohne feste Laufzeit, die auf verschiedenen Handelsplattformen gehandelt werden und die Erwartungen der Marktteilnehmer zur Bewertung von Anthropic widerspiegeln können.Der Index wird rund um die Uhr berechnet, auch an Wochenenden und Feiertagen. Anbieter dieser sehr frühen Möglichkeit ist das Derivatehaus CMC Markets. Passende Hebelprodukte sind CMC9F9, CMC9FA oder CMC9FB mit Hebeln absteigend von 3 bis 2.

Der Prospekt zeigt zugleich, dass sich das operative Geschäft erheblich verbessert hat. Im ersten Halbjahr stiegen die Erlöse auf 16,3 Milliarden Dollar, während der operative Verlust auf 693 Millionen Dollar schrumpfte. Der Nettoverlust von 80,7 Milliarden Dollar zeichnet ein deutlich düstereres Bild, entstand jedoch überwiegend durch nicht zahlungswirksame Neubewertungen von Finanzierungsinstrumenten. Der operative Cashflow war mit rund 3,9 Milliarden Dollar bereits positiv.

Denn Anthropic hat langfristige Zahlungsverpflichtungen für Rechenleistung, Cloud-Dienste und Ausrüstung von mindestens rund 516 Milliarden Dollar vereinbart. Auf Google und Amazon entfallen zusammen etwa 225 Milliarden Dollar. Ein erheblicher Teil dieser Zahlungen wird unabhängig von der tatsächlichen Nutzung fällig. Damit trägt Anthropic das Risiko, Kapazitäten bezahlen zu müssen, deren Auslastung erst noch wachsen muss. Schon im ersten Halbjahr erreichten die Ausgaben für Rechenleistung und Infrastruktur fast neun Milliarden Dollar, gegenüber 2,3 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Aus dem bislang diskutierten weiteren Finanzierungspaket ist inzwischen eine angekündigte Transaktion über 63 Milliarden Dollar geworden. Bank of America, Citigroup, Morgan Stanley und Blackstone finanzieren eine Zweckgesellschaft, die Broadcom-Chips und Netzwerktechnik kauft und anschließend an Anthropic vermietet. Die Auslieferungen sollen 2027 beginnen. Broadcom sichert dabei einen Teil des Restwertrisikos zugunsten der vorrangigen Kreditgeber ab.

 

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